Die jüngste Provinz
Flevoland, die
jüngste Provinz der Niederlande, ist ein Wassersportparadies erster Güte. An
den Gestaden des IJsselmeers, des Markermeers und der Randmeere gibt es
zahlreiche Jachthäfen mit vorzüglichen Einrichtungen. Während die Anlagen am
IJsselmeer und am Markermeer vor allem von Seglern genutzt werden, sind die
Häfen an den Randmeeren bei den Motorjacht-Skippern sehr beliebt.
Bereits vor
den Toren Amsterdams, in Almere-Haven nämlich, befinden sich Marinas, die
zahlreiche Annehmlichkeiten und auch entsprechende Dienstleistungen rund ums
Schiff bieten. In Lelystad gibt es weitere große Anlagen mit vorzüglicher
Infrastruktur.
Ursprüngliches Urk
Urk hingegen - eine ehemalige Insel in der
Zuidersee - konnte seine Ursprünglichkeit bewahren. Große Marinas wie in
Lelystad oder Almere gibt es hier nicht. Das ehemalige Zuiderseedorf ist jedoch
noch heute Heimathafen für eine der weltgrößsten Fischfangflotten. Die Urker
Fischerfamilien sollen im Besitz von über 200 Trawlern sein, die jedoch
hauptsächlich von verschiedenen Nordseehäfen - beispielsweise von Harlingen
aus - operieren. Zahlreiche Urker tragen noch heute die traditionelle
Kleidertracht, und der Sonntag ist noch immer “Tag des Herrn”. Wer das
Fischerdorf besucht, sollte darauf Rücksicht nehmen, denn die Bevölkerung gilt
als sehr religiös.
Ein hartes Leben
Flevoland wurde in dreißigjähriger Arbeit
dem IJsselmeer abgerungen. Die Arbeiter schufteten bei Wind und Wetter und
mussten viele Entbehrungen auf sich nehmen. An das einfache Leben erinnern heute nur noch
die ehemaligen Arbeiterbaracken in Lelystad-Haven, die bezeichnenderweise “De
Lange Jammer” genannt wurden und heute als preiswerte Touristenunterkünfte
dienen.
Projekt gescheitert
Ursprünglich sollte eine Art “neuer Mensch” die
neue Provinz besiedeln. Wer sich in den 50er- und 60er-Jahren in Flevoland
niederlassen wollte, wurde von einer Kommission unter die Lupe genommen.
Körperliche und geistige Gesundheit, Lebenseinstellung, Fleiß und
Gottesfürchtigkeit waren dabei wichtige Kriterien, um ein Stück Land auf dem
Polder bewirtschaften zu dürfen. Kommissionsmitglieder - so berichten ältere
Einwohner - sollen damals selbst Wäscheschränke auf Sauberkeit und Ordnung
überprüft haben. Das Projekt ist kläglich gescheitert, denn heute ist
Lelystad, aber vor allem Almere, das Sammelbecken für Leute, die in Amsterdam
arbeiten und sich Amsterdam nicht mehr leisten können oder leisten wollen. Ein
Hauskauf ist in Flevoland noch immer erschwinglich, obwohl die Preise auch hier
nach oben tendieren. Dies nicht zuletzt deshalb, weil die Lebensumstände auf
dem Polder als angenehm empfunden werden und es viele Freizeitmöglichkeiten
gibt.

Viel sehen, viel erleben
Vor allem die Provinzhauptstadt Lelystad bietet
eine Fülle an Möglichkeiten, um die Freizeit sinnvoll zu gestalten. Wer sich
für Städtebau interessiert, kann hier hautnah erleben wie moderne Geschäfts-
und Wohnanlagen buchstäblich aus dem Erdboden gestampft werden. Beinahe
täglich kann man Neues entdecken. Das Poldermuseum “Nieuw Land” erzählt
die Geschichte der Landgewinnung und der Besiedlung, und die Batavia-Werft
vermittelt einen Einblick in den traditionellen Schiffsbau. Hier entstand der
Ostindienfahrer “Batavia” und derzeit wird das historische Schiff “Zeven
Provincien” nach überlieferter Manier nachgebaut. Das neue Land bietet somit
seinen Gästen zahlreiche Möglichkeiten für einen erlebnisreichen Urlaub. Man
kann frische Luft schnuppern, faulenzen oder die noch junge Geschichte dieser
Provinz in sich aufnehmen. Wassersportler profitieren zudem von einer
hervorragenden Infrastruktur.
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